Ein Kornsprung von 120 auf 180 ist realistisch, 220 liefert samtige Haptik bei strapazierfähigen Beschichtungen. Bei weichem Holz lieber langsam steigern, um Rillen zu vermeiden. Teste das Streiflicht: Unruhige Zonen verraten sich sofort. Für Furnierflächen unbedingt schonend arbeiten, denn Materialreserven sind gering. Ein kurzer Schliffstopp nach jeder Zone und der Wisch mit hellem Tuch zeigen, ob Kratzerketten verschwunden sind. Den letzten Schliff immer mit sehr leichtem Druck fahren, damit das folgende Öl, Wachs oder der Lack gleichmäßig greifen kann.
Staub ist der stille Gegner glatter Oberflächen. Verwende Absaugung am Schleifer, ergänze mit antistatischem Schlauch und entstaube Flächen zwischen den Gängen. Ein Mikrofasertuch nimmt Restpartikel auf, nach Bedarf leicht angefeuchtet mit Alkohol, damit nichts aufquillt. Räume vor dem Auftrag auf, halte Haustiere fern, stoppe Zugluft, aber sorge für sanfte Querlüftung. Lege frische Tücher in verschließbare Boxen und achte auf saubere Kleidung. Schon ein paar winzige Krümel machen mehr Nacharbeit als ein zusätzlicher Wisch kosten würde.
Kanten nehmen Finish anders an als Flächen. Breche sie minimal mit zwei feinen Zügen per Hand, damit der Schutzfilm dort nicht zu dünn wird. Profilierte Leisten schleifst du besser mit flexiblem Pad als mit starrer Platte. Schraublöcher oder Mikrodellen füllst du vorab, sonst zeichnen sie sich später deutlicher ab. Kontrolliere Übergänge im Schräglicht, denn dort zeigen sich Schleifschatten zuerst. Denke an Unterseiten von Tischen, die Hände ertasten alles. Kleine Sorgfalt hier erzeugt jene unaufdringliche Qualität, die Besucher intuitiv spüren.